Aktuelles

1. Dezember 2020

Informationsschreiben für regionale Ärzte vom ärztlichen Leiter der HOY-REHA GmbH, Diplom-Mediziner Rainer Glathe:

Folgen einer durchgemachten Covid-19-Erkrankung beschäftigen immer mehr unsere tägliche Arbeit und die Symptome werden in der Öffentlichkeit immer intensiver kommuniziert. Auch für dieses Klientel soll und muss es Rehabilitationsangebote geben. Es gilt, eine drohende Minderung der Erwerbsfähigkeit oder eintretende Pflegebedürftigkeit zu vermeiden und es den Erkrankten wieder zu ermöglichen, am gesellschaftlichen, sozialen, familiären und beruflichen Leben aktiv teilhaben zu können. Je nach Hauptsymptomatik sollen die Betroffenen eine pulmologische, kardiologische oder neurologische stationäre Rehabilitation erhalten (S2k – Leitlinie vom 01.11.2020).

Patienten deren Hauptsymptom Fatigue, also per definitionem eine signifikante Müdigkeit, erschöpfte Kraftreserven oder erhöhtes Ruhebedürfnis, disproportional zu allen vor der Infektion vorausgegangenen Anstrengungen, vorliegt, gibt es keine indikationsspezifische Rehabilitation gemäß den o.g. fachlichen Gebieten. Aber auch diese Erkrankung bedarf einer intensiven rehabilitativen Versorgung, um eine Chronifizierung bzw. einen langen Krankheitsverlauf zu vermeiden. Heilmittelverordnungen können nur einen geringen Teil zur Verbesserung der Belastbarkeit beitragen. Gleiches gilt für den Besuch von Fitnesscentren, Reha- und Präventionskursen.

Für Ihre Patienten, die an oben genannten Post- oder Long-Covid-Erkrankungen leiden, ist die HOY-REHA GmbH der richtige Ansprechpartner. Wir haben bereits Erfahrungen in der Rehabilitation von Long-Covid Erkrankten gesammelt durch Patienten, deren Erkrankung als Arbeitsunfall bzw. Berufskrankheit (in der Regel Gesundheits- und Krankenpflegerinnen) anerkannt wurde und die durch den Durchgangsarzt mehrere Zyklen einer EAP (Erweiterte Ambulante Physiotherapie) verordnet bekamen, aber auch durch die gesetzlichen Krankenversicherungen im Rahmen von Einzelfallentscheidungen. Dementsprechend haben wir hier ein individuelles Rehabilitationskonzept entwickelt, welches sich am Leitsymptom Fatigue orientiert, aber auch Begleitsymptome berücksichtigt:

  • Pulsoxymetrisch gesteuerte Medizinische Trainingstherapie mit dem Ziel der Verbesserung der Kondition und Ausdauerbelastbarkeit;
  • Atemgymnastik als Einzeltherapie in der Manuellen Einzelbehandlung und Atemgymnastik in der Gruppe;
  • Vegetative Anregungen durch verschiedene passive physikalische Anwendungen wie Fußreflexzonentherapie, Triggerpunktbehandlung, Histamatanwendungen, heiße Rolle, Teilkörpermassagen oder Cupping (spezielle Form der Schröpfbehandlung);
  • Hirnleistungstraining im Rahmen der ergotherapeutischen Einzel- und Gruppenbehandlung;
  • Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage (KG Neuro) bei noch verbliebenen neurologischen Defiziten;
  • Entspannungsverfahren: Autogenes Training, Muskuläre Tiefenentspannung nach Jacobsen, Fantasiereisen als Einzel- und/oder Gruppentherapie;
  • Ergotherapeutisches Training der Aktivitäten des täglichen Lebens (vor allem bei Senioren);
  • Arbeitsplatzbezogene Schulungen und praktische Übungen für Rehabilitanden im erwerbsfähigen Alter,
  • Bei Bedarf Geschmacks- und Geruchstraining (entwickelt und durchgeführt durch unsere Ernährungsberaterin).

Dieses Programm wird natürlich auf die individuellen Defizite des Erkrankten angepasst. Dabei kommt der biologisch-psychisch-sozialen Gesamtbetrachtung eines jeden Rehabilitierenden eine wesentliche Bedeutung in der Planung des Therapieprogrammes zu.

Unser Ziel ist es, Ihnen mit diesem Schreiben zu zeigen, dass wir uns auch auf spezielle Herausforderungen, die die Corona-Pandemie und -Erkrankung mit sich bringt, eingestellt haben (selbstverständlich einschließlich eines entsprechenden Hygienekonzeptes). Für mit einer Fatigue als Leitsymptom Long-Covid-Erkrankte kommen deshalb auch ambulante Leistungen zur Medizinischen Rehabilitation in Betracht. Als Diagnosen U 10.9 für multisystemisches Entzündungssyndrom in Verbindung mit COVID-19 (nicht näher bezeichnet) im Zusammenhang mit G 93.3 für chronisches Müdigkeitssyndrom einschließlich postvirales Müdigkeitssyndrom stellt eine wohnortnahe medizinische Rehabilitation eine sinnvolle Alternative und Ergänzung zu den klassischen Heilmittelbehandlungen dar und sollte ggf. in Betracht gezogen werden.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit kollegialen Grüßen

Dipl.- Med. R. Glathe

Ärztlicher Leiter der HOY-REHA GmbH